  OAI-PMH
| Signatur: (1) 1751 Prozessgegenstand: Appellationis Auseinandersetzung um die Bezahlung von Schulden Alte Signatur: Wismar K 144 (W K 5 n. 144) Laufzeit: (1743-1749) 14.11.1749-13.05.1752 (1752) Fallbeschreibung: Nach Bitten der Bekl. vom 14.11. um Fristverkürzung für Kl. zum Einreichen von dessen Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil fordert das Tribunal Kl. am 18.11. auf, seinen Schriftsatz binnen 14 Tagen vorzulegen. Am 03.12.1749 legt Kl. dar, daß er im Jahre 1744 J.H. Wegner vor dem Ratsgericht als Besitzer der Erbschaft seines Vaters verklagt hat. Der Kl. verlangt daraus 1.557 Rtlr 43 s für eine Obligation. Diese Forderung erkennt J.H. Wegner zunächst an, bittet Kl., die Möbel seines Vaters zu verkaufen und sich wegen des Rests an andere Erben zu halten. Dies lehnt Kl. ab, da J.H. Wegner Alleinerbe ist. Das Ratsgericht verurteilt Bekl. am 05.02.1746 zur Übernahme der Schulden, Kl. zum besseren Nachweis über dieselbe. Bekl. appelliert dagegen vor dem Tribunal und erhofft Vergleich. Das Tribunal verweist Sache zurück an Ratsgericht, das am 04.10.1749 nach Rechtsgutachten der Göttinger Juristenfakultät die Beweise des Kl.s für nicht ausreichend erklärt und den Kl. nicht zum Eid über seine geforderte Obligation zuläßt, den Bekl. aber den Eid gestattet. Gegen dieses Urteil appelliert Kl. an Tribunal und legt umfangreiche Beweise für seine Forderungen vor. Das Tribunal fordert am 10.03.1750 die Akten der Vorinstanz an, die am 23.06. eingehen und am 11.07. nach Bitte der Parteien vom 06.07. eröffnet werden. Am 19.10. bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 23.10.1750 hebt das Tribunal das Ratsgerichtsurteil auf und will Kl. seine Forderungen am 13.11. beeiden lassen. Am 31.10. bittet Bekl. die Eidesleistung zu verschieben und kündigt restitutio in integrum an, erbittet aber zunächst Fristverlängerung, die er am 02.11. erhält. Am 21.11. bittet Wegner um Kopie des Schriftsatzes des Kl.s, die er am 23.11. erhält, am 03.12. bittet Wegner erneut um Fristverlängerung, die er am 04.12. erhält. Am 18.12.1750 bittet Kl., keine weiteren Fristverlängerungen zu gewähren, das Tribunal weist Bekl. am 19.12. zum Einreichen seines Schriftsatzes an. Am 23.01.1751 bittet Kl. die Rechtsfrist für verstrichen zu erklären und den Einspruch abzuweisen. Das Tribunal folgt dem am 26.01. und setzt die Abnahme des Eides auf den 09.02.1751 an. Am 04.02. trägt Bekl. in einem ausführlichen Schriftsatz neue Beweise für seine Ansprüche vor, weist die Forderungen des Kl.s zurück und bittet darum, sein Rechtsmittel trotz versäumter Frist anzunehmen. Am 06.02. sagt Tribunal letzteres zu und teilt Kl. den Schriftsatz in Kopie mit. Am 26.04., 05.07. und 18.10.1751 bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 24.01.1752 setzt das Tribunal den 25.02. für Vorbescheid an, am 14.03.lehnt Bekl. einen Vergleich ab und erbittet Urteil. Daraufhin setzt das Tribunal am 17.04. den 09.05. zur Eidesleistung für Kl. an. Nach abgelegtem Eid erkennt Tribunal am 10.05.1752 die Forderungen des Kl.s von 1.557 Rtlr inkl. 5 % Zinsen an und sendet die Akten der Vorinstanz zurück an das Ratsgericht. Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 27.05.1744, 05.02.1746, 03.04., 03.07., 11.12.1748 und 04.10.1749; Aufstellung über Forderungen Kahls an H. Wegner vom 04.05.1744; Ratsgerichtsprotokolle vom 19.02.1746, 13. und 27.05.1747; von Notar Joachim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 06.10.1750; Auszüge aus Kontobuch H. Wegners vom 20. und 27.03.1743, 22.04.1743; Protokolle der Verhöre vom 20.01.1748 (doppelt) von Carl Christian Wegner, Franz Ludwig Barckey, Christian Winckler, Christian Ludwig Hundt, Christian Christoph Hinsch und Johann Gottfried Westphal sowie vom 27.02.1748 (doppelt) von Christian Winckler, Johann Anders, Diedrich Ernst Matras, Georg Hartwig Deutsch, Daniel Blumenthal und Hinrich Wilhelm Schumann vor dem Ratsgericht; Kommissionsprotokoll des Protonotars Scheffel mit Verhör der Zeugen Anton Christoph Gröning und Gustav Rüdiger Iden in der Sache vom 11.01.1748 (doppelt); Briefwechsel Hinrich Wegners mit Balthasar Nettelbladt aus Stockholm vom 01.04.1743 und 22.04.1743; Aufstellung des Mathias Knochenhauer zu Hamburg über bei ihm versicherte Schiffe Hans Kahls vom 30.03.1743; Aussage des Jobst Friedrich Gundlach zu Wismar vom 01.12.1749; von Tribunalspedell C.G. Wulf ausgestellte Übergabequittungen für Tribunalsmandate vom 21.03.1750 und 13.05.1752; Prozeßvollmachten der Bekl. für Dr. Quistorp vom 04.07.1750 und des Kl.s für Dr. Hertzber vom 01.02.1751; Rationes decidendi des Ratsgerichts = Rechtsgutachten der Juristenfakultät Göttingen; Testament Hinrich Wegners vom 27.03.1743; Supplik des Kl.s an das Ratsgericht vom 26.05.1744; von Notar Ernst August Leich aufgenommene Zeugenaussage des Notars Johann Philipp Treffner vom 08.05.1748; Rationes decidendi des Ratsgerichts; Appellationsschriftsatz Wegners vor dem Tribunal mit Anlagen vom 15.03.1749; Aussage Johann Philipp Treffners über Erstellung des Erbinventars Hinrich Wegners vom 04.01.1751; Auszug aus dem Erbinventar H. Wegners vom 19.04.1743; Aufstellung des Johann Anders über die Ausstände seines verstorbenen Bruders Diedrich Anders vom 15.12.1750; Schreiben des Dr. Heider an Wegner vom 31.12.1750; von August Wilhelm Rüdemann ausgestellte Quittung für die Wegnerschen Handelsbücher vom 30.05.1752 Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1749 2. Tribunal 1749-1751 3. Tribunal 1751-1752 Kläger: (2) Hans Kahl, Kaufmann zu Wismar (Kl. in 1. Instanz) Beklagter: Hinrich Wegners Erben, besonders Johann Hinrich Wegner (Bekl. in 1. Instanz) Anwälte: Kl.: Dr. Carl Christoph Gröning (P), seit 23.01.1751 Dr. Christoph Erich Hertzberg (P) Bekl.: Dr. Michael Zylius (A & P), seit 31.10.1750: Dr. Theodor Johann Quistorp (A & P), seit 04.02.1751 Dr. Heyder aus Schwerin (A), Dr. Theodor Johann Quistorp (P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 1751 |