-  Stadtarchiv Wismar
 -  Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
 -  16.: 1. Kläger P

Standort: Stadtarchiv Wismar - Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 - 16. 1. Kläger P


OAI-PMH
   
Signatur: (1) 2598
Prozessgegenstand: Appellationis Auseinandersetzung um die Leistung von Diensten
Alte Signatur: Wismar P 155 (W P 6 n. 155)
Laufzeit: (1753) 14.12.1753-05.04.1754
Fallbeschreibung: Nach Bitte des Bekl. vom 14.12. um Fristverkürzung für Kl. zum Einreichen ihrer Beschwerden gegen ein Urteil der Verwaltung der Herrschaft Wismar bzw. Zurückweisung ihrer Appellation als "frivol" fordert das Tribunal Kl. auf, ihren Schriftsatz vor Ablauf der Gerichtsferien vorzulegen. Am 05.01.1754 berichten Kl., Hennings habe sie aufgefordert statt wie bisher üblich einmal, zweimal pro Woche Hofdienste zu leisten, obwohl das Domanium Kl.n vor Jahren versprochen hatte, sie bei ihren alten Rechten zu schützen. Als sie sich deshalb beim Graf von Putbus als Verwalter der Jura Ducalia beschwerten, wurden sie abgewiesen und appellieren deshalb an das Tribunal. Kl. geben vor, keine Möglichkeit zu haben, diese Dienste zu leisten, da sie nicht über ausreichend Pferde und Knechte verfügen. Das Tribunal lehnt ihr Gesuch, vom 2. Diensttag befreit zu werden, am 25.01.1754 ab, gibt ihnen aber die Zeit, sich auf diese Dienste vorzubereiten, in dem sie die materiellen Voraussetzungen dafür schaffen und informiert den Präsidenten von Putbus darüber. Dieser erwidert am 31.01., er lehne die Fristsetzung ab und bitte darum, die Kl. an ihn zu verweisen. Am 08.02. lädt das Tribunal die Parteien auf den 12.02. zum Vergleich ein, am 15.02. verweist es einen der Kl. an den Präsidenten v. Putbus, das Vorgehen gegen die anderen, die nicht zum Vergleichstermin erschienen sind, stellt es Putbus frei. Am 19.02. tragen die Kl. neue Argumente vor, die das Tribunal aber als unerheblich am 22.02. verwirft und dem Präsidenten von Putbus vorschlägt, eine neue Dienstordnung zu erlassen, die alle Fragen der Kl. beantwortet. Am 30.03.1754 berichtet v. Putbus über seine Gespräche mit den Kl.n und beschuldigt sie, durch ihre Klagen vor Gericht der Krone nur das ihr zustehende vorenthalten zu wollen. Das Tribunal nimmt dies am 05.04.1754 ad acta, weiteres erhellt nicht.
Prozessbeilagen: (7) Bescheid des Tribunalspräsidenten Malte Ulrich Graf zu Putbus als Verwalter der Jura ducalia in Wismar vom 12.11.1753; von Notar Jochim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 21.11.1753; Bericht C.F. Brünslows über ein Gespräch mit dem Golwitzer Jochen Lembke vom 16.03.1754; Protokoll einer Zusammenkunft im Präsidentenzimmer des Tribunals vom 28.03.1754; Schreiben der Hausleute zu Timmendorf an v. Putbus vom 18.03.1754
Instanzenzug: 1. Verwaltung der Jura ducalia für die Herrschaft Wismar 1753 2. Tribunal 1753-1754
Kläger: (2) Hausleute in den Dörfern Vorwerk und Gollwitz auf Poel (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: Johann Valentin Gustav Hennings, Pfandinhaber des Amtes Poel sowie das Domanium in Wismar (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte: Kl.: Dr. Jochim Christoph Gabriel Hasse (P)

Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2598