  OAI-PMH
| Signatur: (1) 2689 Prozessgegenstand: Citationis Auseinandersetzung um den Besitz an einer Grabstelle Alte Signatur: Wismar R 18 (W R 1 n. 18) Laufzeit: (1637-1661) 29.01.1666-30.09.1668 Fallbeschreibung: Die Ehefrau des Kl.s hat Anspruch auf ein Erbbegräbnis in St. Marien hinter dem Predigerstuhl, der ihr allerdings vom Bekl. streitig gemacht wird, der das Grab hat kürzlich öffnen und seine Frau darin bestatten lassen. Kl. bittet das Tribunal darum, Bekl. aufzufordern, die Leiche seiner Frau wieder zu entfernen und die Totenruhe in dem Begräbnis künftig zu achten. Das Tribunal lädt Bekl. am 01.02. vor. Dieser fordert am 30.04., daß Kl., der sich in Stockholm aufhält, Kaution für den Prozeß stellen möge, da er nicht mit Immobilien in Wismar angesessen sei. Am 22.10. macht Dr. Koch geltend, die Ehefrau des Kl.s verfüge über ausreichend Besitz in Wismar, so daß man auf eine Kaution wohl verzichten könne, der Kl. selbst sei in Kriegsdiensten abwesend, bitte aber, daß das Grab umgehend geräumt werde und ihm die Kosten und Schadenersatz erstattet werden. Bekl. besteht am 27.01.1667 auf der Stellung der Kaution, das Tribunal verurteilt Kl. am 08.07.1667 dazu, die Kaution zu stellen. Dagegen erbittet Kl. am 17.08. restitutio in integrum, bietet den Oberstleutnant Barnekow und dessen Ehefrau als Bürgen für die Kaution an und bittet, endlich in der Hauptsache zu entscheiden. Nach Schreiben von Gustaf Lillie ... und des Oberstleutnant von Barnekow im Juni und Juli 1668 beruft das Tribunal am 13.07. die Assessoren Owstin, Engelbrecht und Lofeldt zu Kommissaren in der Sache, die am 18.07. die Parteien vorladen und sie miteinander vergleichen. Der Bekl., der 1661 die Hälfte der Grabstelle von Barnekow gekauft hat, verzichtet auf sie, im Gegenzug darf die Leiche seiner Frau bis zur Verwesung darin liegen. Das Tribunal bestätigt den geschlossenen Vergleich am 21.07.1668. Prozessbeilagen: (7) Brief Rosenfelts an Dr. Koch vom 12.01.1667; Dokument über Verkauf eines Erbbegräbnisses in St. Marien durch Anna von Auerbach an Sophia Schack vom 20.01.1637; Vollmacht des Kl.s für Dr. Koch (o.D.); Schreiben Gustaf Lillie... aus Kopenhagen an Tribunal vom 05.06.1668; Vollmacht des Oberstleutnant Jürgen Barnekow für Georg Ritter vom 24.09.1661; Bestätigung des Verkaufs eines halben Erbbegräbnisses in der Marienkirche an Kapitän Falck vom 21.10.1661 Instanzenzug: 1. Tribunal 1666-1668 Kläger: (2) Major Ingolf Rosenfelt, ab 03.07.1668 dessen Witwe sowie der Oberstleutnant Barnekow Beklagter: Peter Falcke, Kapitän der Artillerie zu Wismar Anwälte: Kl.: Dr. Caspar Friedrich Koch (A & P) Bekl.: Lic. Johannes Thurmann (A & P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 2689 |