  OAI-PMH
| Signatur: (1) 3339 Prozessgegenstand: Appellationis Auseinandersetzung um Heuer und Führung Alte Signatur: Wismar S 367 (W S n. 367) Laufzeit: (1764-1765) 30.04.1765-23.01.1766 Fallbeschreibung: Nach Bitten um Fristverlängerung vom 30.04., 28.09. und 26.10. und erteilter Erlaubnis des Tribunals vom 04.05., 30.09. und 30.10. trägt der Kl. seine Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil am 14.11. vor. Im Herbst 1764 hat er die Bekl. zu einer Reise nach Stockholm angeheuert und ihnen 7 Rtlr versprochen, wenn sie vor dem Winter wieder zurück sein würden. Da das Schiff in schweren Sturm gerät, muß es umkehren und seine Ladung in Wismar löschen. Die Bekl. sind mit der Heuer von 7 Rtlr unter diesen Umständen nicht einverstanden und verklagen Satow vor dem Gewett, das die Vorgehensweise des Kl.s bestätigt. Gegen das Gewettsurteil appellieren die Bekl. an das Ratsgericht, das den Bekl. höhere Heuer und die Bezahlung der Führung zuspricht. Obwohl der Kl. dagegen restitutio in integrum ergreift, bestätigt das Ratsgericht sein Urteil und fordert ihn zur Zahlung von Heuer und Führung bei Strafe der Vollstreckung auf, wogegen der Kl. an das Tribunal appelliert und sich auf seinen Vertrag mit den Bekl. beruft. Für den Abbruch der Reise könne er nichts, er könne auch nicht dazu verpflichtet werden, allein das Risiko zu tragen, weshalb er um Änderung des Ratsgerichtsurteils bittet und dieses u.a. mit einer Rechtsauskunft der Ältesten der Lübecker Schifferkompanie begründet. Das Tribunal lehnt die Appellation am 06.12.1765 wegen unzureichenden Streitwertes ab. Am 16.01.1766 trägt der Kl. neue Fakten vor und bittet um deren Berücksichtigung, das Tribunal weist ihn jedoch am 23.01.1766 erneut ab. Prozessbeilagen: (7) Urteile des Ratsgerichts vom 13.02., 18. und 19.03., 17. und 27.06., 10. und 19.12.1765, 04. und 07.01.1766; von Notar August Wilhelm Rüdemann aufgenommene Appellationen vom 28.12.1764, 21.04. und 28.06.1765; Aufstellung über Forderungen der Bekl. (35 Rtlr 9 s) vom 07.03.1765; Gewettsprotokoll und -urteil vom 21.12.1764; Mitteilung der Ältesten der Lübecker Schifferkompanie vom 02.04.1765; Anfrage an die Lübecker Schifferkompanie vom 28.03.1765; Schreiben der Bekl. an Wismarer Rat vom 09.12.1765; Schreiben Satows an den Wismarer Rat vom 04.01.1766; von Notar Anton Rode aufgenommene Appellationen vom 06. und 10.01.1766 Instanzenzug: 1. Gewett 1764-1765 2. Ratsgericht 1765 3. Ratsgericht 1765 4. Tribunal 1765 5. Tribunal 1766 Kläger: (2) Jochim Satow, Schiffer zu Wismar (Bekl. in 1. Instanz) Beklagter: Johann Podey, Jochim Prüter und Johann Zingermann als Bootsleute des Schiffes "Die Notwendigkeit" (Kl. in 1. Instanz) Anwälte: Kl.: Philipp Wilhelm Sengebusch (A), Dr. Joachim Christian Ungnade (P); seit 14.11.1765: Christian Friedrich Herrling (A), Johann Franz von Palthen (P)
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803) (1) 3339 |