-  Stadtarchiv Wismar
 -  LAG, Rep. 29 Wismarer Tribunal
 -  01.: Prozeßakten
 -  01.02.: 1. Kläger B

Standort: Stadtarchiv Wismar - Wismarer Tribunal - 01. Prozeßakten - 01.02. 1. Kläger B


OAI-PMH
   
Signatur: (1) 0068
Prozessgegenstand: Querulationis Auseinandersetzung um Verkauf eines Gutes
Alte Signatur: 290/26
Laufzeit: (1757-1762) 17.06.1762-08.07.1765 (1854)
Fallbeschreibung: Kl. hat am 25.11.1761 mit dem Leutnant von Berglase einen Kaufvertrag über das Gut Hohen Barnekow abgeschlossen. Von der Summe von 13.000 Rtlr hat der Kl. 2.000 Rtlr sofort bezahlt, das restliche Geld bei Übernahme des Gutes zu Petri 1762 versprochen. Dafür hat Berglase ihm eine Hypothek ausgestellt und mehrere das Gut betreffende Dokumente übergeben. Kurz vor Bezug des Gutes erfährt er, daß Berglase das Gut bereits am 01.11.1761 an Ahrens für 12.500 Rtlr verkauft hat. Dieser und die Vormünder der Kinder des Ernst Rudolf Geist behaupten ein Näherrecht an dem Gut. Das Hofgericht, vor dem der Bekl. sein Recht einklagt, weigert sich in der Hauptsache zu entscheiden, da Ahrens gleichzeitig gegen Berglase wegen Überlassung des Gutes geklagt hat und von ihm ein Eid verlangt wird, daß er das Gut habe übernehmen und das Geld am 23.11.1761 habe bezahlen wollen. Der Kl. wendet sich gegen dieses Hofgerichtsurteil, da er mit Vieh und Fährnis" zur Übernahme des Gutes bereitsteht, bittet um dessen Berichtigung und seine Einweisung in das Gut. Das Tribunal fordert die Akten der Vorinstanz am 17.07.1762 an. Am 06.09. erklärt der Bekl. die Querulation für "frivol" und bittet sie abzuweisen, da er das Gut vor dem Kl. gekauft und die älteren Rechte daran habe. Am 18.10. bitten die Parteien um Eröffnung der Akten der Vorinstanz, die das Tribunal am 22.10. auf den 29.10.1762 ansetzt. Am 24.01.1763 bitten die Parteien, am 18.02. der Kl. um Prozeßbeschleunigung, am 18.04.1763 hebt das Tribunal das Urteil des Hofgerichts auf, setzt den Kl. in das Gut ein und verweist den Bekl. mit seinen Schadensersatzansprüchen an den Verkäufer. Am 02.05. bittet der Kl., dem Bekl. keine Fristverlängerungen bei eventuell eingelegten Rechtsmitteln zu gewähren. Das Tribunal fordert den Bekl. am 03.05. auf, seine Rechtsmittel binnen 3 Wochen einzulegen. Am 23.05. bittet der Bekl. um Fristverlängerung zum Einlegen seines Rechtsmittels und erhält diese am 30.05. Am 16.06. trägt der Bekl. neue Argumente vor und bittet um Berichtigung des Urteils. Am 11.06. und 17.10.1763 bitten die Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 23.01.1764 verweist das Tribunal die Parteien auf die im Prozeß des Leutnants von Berglase gegen Ahrens zugelassene Beweisführung Berglases und vertagt das Urteil. Am 14.12.1764, 15.03. und 28.06.1765 bittet der Kl., am 22.04.1765 beide Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 08.07.1765 bestätigt das Tribunal sein Urteil von 1763.
Prozessbeilagen: (7) Kaufvertrag über Hohen Barnekow zwischen Kl. und Baltzer Ehrenfried von Berglase auf Klotzow und Wangelkow vom 25.11.1761; Tribunalsurteil in Sachen des Leutnants von Berglase vs. den Kammerherrn von Behr in pcto reluitionis des Gutes Hohen Barnekow vom 07.01.1757; von Notar F.G. Eichstädt aufgenommene Schadensbilanz des Kl.s durch Nichtübernahme Hohen Barnekows vom 12.05.1762; Bescheinigung B.E. v. Berglase über Verkauf Hohen Barnekows an Bekl. vom 01.11.1761; Hofgerichtsurteile in Sachen Martin Bogislaw Ahrens vs. Leutnant Balthasar Ehrenfried von Berglase in pcto adinplendae venditionis vom 05.05. und 19.06.1762; von Notar C.G. Unger aufgenommene Appellation vom 08.05.1762; Rationes decidendi des Greifswalder Hofgerichts; Prozeßvollmachten des Kl.s für Palthen vom 28.10.1762 und des Bekl. für Dr. Hasse vom 25.04.1763; vom Greifswalder Notar F.J. Böhmer aufgenommene Zeugenaussagen des Philip Ulrich Peters vom 02.05.1763 und des Joachim Hinrich Ascher vom 06.05.1763; Kassationsvermerk vom 30.9.1854; Hofgerichtsakte in Sachen Martin Bogislaw Ahrens vs. den Pfandgesessenen Bamberg zu Treuen in pcto adimplendo venditionis über Hohen Barnekow 1761-1762
Instanzenzug: 1. Hofgericht 1761-1762 2. Tribunal 1762-1763 3. Tribunal 1763-1765
Kläger: (2) Johann Bamberg, kgl. Pfandträger zu Treuen (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Martin Bogislaw Ahrens, Pächter zu Lehmhagen (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte: Kl.: Dr. Georg Christian Mayer (A), Johann Franz von Palthen (P) Bekl.: Dietrich Caspar Linde (A), Joachim Christoph Gabriel Hasse (P)

Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (LAG, Rep. 29 Wismarer Tribunal) (1) 0068