  OAI-PMH
| Signatur: (1) 0405 Prozessgegenstand: Querulationis Auseinandersetzung um Bau eines Hinterhauses Alte Signatur: Rep. 29, Nr. 533 Laufzeit: (1708-1709) 22.04.1709-24.10.1709 (1709) Fallbeschreibung: Der Kl. hat eine Wohnbude gekauft, deren Hintergebäude zusammengebrochen war und das er wieder auf 2 Stockwerke aufbauen wollte. Die Bekl. wehrt sich als seine Nachbarin dagegen vor der Kämmerei und behauptet, das Hinterhaus sei früher nur ein Stockwerk hoch gewesen und dürfe daher auch nicht höher wieder aufgebaut werden. Die Kämmerei urteilt entsprechend, der Kl. appelliert dagegen an das Ratsgericht, das ihm einen zweistöckigen Bau genehmigt. Dagegen ergreift die Bekl. Rechtsmittel, der Rat verschickt die Akten an die Juristenfakultät Rostock, die die Bekl. zu einem Eid auffordern, daß das Hintergebäude nie ein zweites Stockwerk gehabt habe. Dagegen appelliert der Kl. an das Tribunal und erbittet eine schnelle Entscheidung, da sein Schiff abfahrbereit im Hafen liege. Das Tribunal fordert die Akten des Rates am 28.05. zur Einsicht an, nachdem der Kl. am 13.05. noch einmal nachdrücklich auf die Wichtigkeit des Falles für ihn hingewiesen hatte. Am 17.06. fordert der Stralsunder Rat, vor Einsenden der Akten den Schriftsatz des Kl.s zu sehen. Das Tribunal lehnt dies am 19.06. ab. Am 21.06. bittet der Kl., den Rat erneut zur Übersendung der Akten anzuweisen. Das Tribunal folgt dem Antrag am selben Tag. Am 04.07. bittet der Kl. um Eröffnung der Akten, die das Tribunal am 05.07. auf den 06.07. ansetzt. Am 09.07. und 15.10. bittet der Kl. um Prozeßbeschleunigung, am 21.10.1709 gestattet das Tribunal den Bau des 2. Stockwerks, ordnet aber an, eine Mauer als Sichtblende zu bauen und auf Kosten des Kl.s zu unterhalten. Am 15.11.1709 sendet das Tribunal die Akten an den Stralsunder Rat zurück. Prozessbeilagen: (7) Supplik des Kl.s an das Ratsgericht vom 25.11.1708; Stralsunder Ratsgerichtsurteile vom 17.01. und 08.04.1709; vom Stralsunder Notar Philipp Hinrich Pladecius aufgenommene Appellation vom 18.04.1709; Ratines decidendi des Stralsunder Rates = Gutachten der Rostocker Juristenfakultät vom 05.04.1709; vom Stralsunder Notar Johann Printz ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 28.05.1709; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Gerdes vom 30.06.1709 Instanzenzug: 1. Kämmerei in Stralsund 1708 2. Ratsgericht zu Stralsund 1708-1709 3. Ratsgericht zu Stralsund 1709 4. Tribunal 1709 Kläger: (2) Michel Höpner, Schiffer zu Stralsund (Bekl. in 1. Instanz) Beklagter: Witwe des Johann Schloman, Gewürzhändlerin zu Stralsund (Kl.in in 1. Instanz) Anwälte: Kl.: Conrad Offermann (A), Dr. David Gerdes (P) Bekl.:
Bestellnummer: Stadtarchiv Wismar (LAG, Rep. 29 Wismarer Tribunal) (1) 0405 |