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Stadtarchiv Schwerin
Dampfkesselüberwachungsverein
Signatur: V03
Bestandsbildner: Mecklenburgischer Überwachungsverein für Dampfkessel und elektrische Anlagen
Nachfolger: TÜV- Arbeitsschutzamt- Amt für Arbeit; Abt. Techn. Überwachung)
Laufzeit: 1890-1945
Findbucheinleitung:
Vorwort:
 Der ,,Mecklenburgische Überwachungsverein für Dampfkessel und elektrische Anlagen" ist aus der ,,Grossherzoglichen technischen Kommission für Mecklenburg" hervorgegangen. Diese Kommission dürfte ähnliche Aufgaben, wie der Verein sie später hatte, gehabt haben. Die Überprüfung der Sicherheit und Einsatzfähigkeit von den in Mecklenburg, und eventuell darüber hinaus, eingesetzten landwirtschaftlichen, industriellen und gewerblichen Dampfkesseln. Desweiteren oblag dem Verein die Überprüfung von den vielerorts neu eingerichteten Tankstellen, die mit der Zunahme des Verkehrs per Automobil auch in Mecklenburg Einzug hielten. Wie aus seinem Namen schon hervorgeht, besaß der Verein auch eine elektrotechnische Abteilung, welche die Fahrstühle, Blitzableiter und Starkstromanlagen in den ländlichen Gebieten überwachte.
Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind einige, scheinbar vom Verein bzw. seinem Nachfolger ausgestellte, Gutachten über Kraftfahrzeuge zum Zwecke der Veräußerung angefertigt worden und erhalten geblieben. 
Als fortschrittliches Element in der Satzung des Vereins, könnte man die formulierte Aufgabe der Weitergabe von Informationen zur Produktivitätsteigerung und Nutzbarmachung von neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Dampfenergie bezeichnen.
Selbst nach dem nur in Teilen erhalten gebliebenen Bestand des Vereins läßt sich schließen, daß es alleine in Mecklenburg mehrere tausend Dampfkessel, ob nun stehend oder beweglich, gegeben haben muß. Was auch eine logische Folgerung aus den laufenden Fabrikationsnummern der einzelnen Dampfmaschinen auf ihren Herstellerurkunden ist. Diese bewegen sich beispielsweise für einen der führenden Hersteller in Deutschland Heinrich Lanz in Mannheim für das Jahr 1916 um die 35 000 Stück, wohlgemerkt Lokomobile zum größten Teil. Jedoch wurden auch im Ruhrgebiet, in Magdeburg, Kiel, Rostock und anderen industriell entwickelten Ländern Europas Dampfkessel hergestellt und in Deutschland verkauft, hauptsächlich solche aus Großbritannien.
Die Verwendung der Dampfmaschinen war vielfältig, so wurden sie als ,,befahrbare Kessel", die sogenannten Lokomobilen, zum Pflügen des Ackers, Dreschen des Getreides und anderen in der Landwirtschaft anfallenden Arbeiten eingesetzt. Als ,,stehender Kessel" fanden sie in Molkereien, Sägewerken, Tuchfabriken, Brauereien, Metallbetrieben, Ziegeleien, Mostereien u.ä. ihren Platz als Energielieferant für mechanische Arbeit, die für Menschen nicht zu bewältigen, oder zu anstrengend gewesen ist. Zusätzlich zu ihrer Arbeit lieferten sie vielen ?etreibern die nötige Wärme für den Arbeitsplatz oder das eigene Heim.   
Seinen Sitz hatte der in zwei Geschäftsstellen aufgeteilte Verein für Mecklenburg-Schwerin in Schwerin Großer Moor 20. Die Geschäftsstelle für Mecklenburg-Strelitz befand sich in Neustrelitz. Später gab es noch Geschäftsstellen in einigen weiteren Städten Mecklenburgs, so unter anderem in Rostock.
Der Verein war rechtsfähig und unterstand den Ministerien des Innern zu Schwerin und Neustrelitz.
Von der großherzoglichen Kommission sind in diesem Bestand Prüfbelege bis in die 80er Jahre des 19.Jh. erhalten geblieben. Abgelöst worden sein dürfte die Kommission etwa um das Jahr 1911 vom Verein, welcher wiederum  am 1.10.1938 in den Norddeutschen Überwachungsverein Hamburg-Altona (TÜV), als Geschäftsstelle mit der Bezeichnung Sektion 7, aufgegangen ist. 
Zu Anfang des 20.Jh. gab es in ganz Deutschland viele Vereine dieser Art, z.B. den Pommerschen, den Halleschen, den Badischen und den Halberstädtischen Verein, deren Existenz aus erhalten gebliebener Korrespondenz in mancher dieser Akten des Bestandes zu belegen ist. 
Die Dampfkesselüberwachungsvereine übernahmen in der zweiten Hälfte des 19.Jh. und im ersten Drittel des 20.Jh. die Rolle, die später der Technische Überwachungs-Verein, welcher ja auch einen eingetragenen Verein darstellt, und zwar die Beaufsichtigung von Maschinen und Anlagen zum Schutze der Arbeitsumgebung und der in ihr arbeitenden Menschen. Eine weitere Aufgabe war es damals, die Besitzer der Anlagen über rationalisierende Maßnahmen und Veränderungen zu informieren um so ihren Stand im Wettbewerb zu behaupten.
Trotz seiner relativ kurzen Lebensdauer in Mecklenburg, durch Krieg und die Teilung Deutschlands bedingt, hat der Verein in seinen noch verbliebenen Akten eine gut erkennbare Arbeitsweise hinterlassen. 
Bestandsgeschichte:
Ordnung und Verzeichnung erfolgte im August  1997 im Rahmen eines zwei monatigen Archivpraktikum. Der Bestand umfaßt die Akten der Großherzoglichen Technischen Kommission, des Mecklenburgischen Überwachungsvereins für Dampfkessel und elektrische Anlagen (später TÜV Hamburg-Altona Sektion 7) und des Gewerbeaufsichtsamts der Stadt Schwerin. Der Zeitraum der Überlieferung geht von 1890 bis 1951. Der Bestand wurde in die im Stadtarchiv vorhandene Tektonik eingeordnet und trägt nun das Kürzel V3 (Vereine). 
Überlieferungslage:
Nach Aussage eines Archivmitarbeiters befindet sich der Bestand schon seit längerer Zeit im Stadtarchiv, und wurde durch Kassation auf seinen jetzigen Umfang gebracht.
Wann und Wie die Akten ins  Stadtarchiv gelangten, ist nicht mehr eindeutig nachvollziehbar.
Es waren drei Aktenregistraturen erkennbar, von denen jedoch keine geeignet war, Verwendung zu finden, noch dem Bestand in seiner dezimierten Form gerecht wurde.
archivische Bearbeitung:
 Nach dem Ordnen und Verzeichnen sind 202 Akteneinheiten vorhanden. Kassiert wurden einige lose und unzusammenhängende Schriftstücke. Da die alten Registraturen nicht nachvollzogen werden konnten, und der Bestand nur noch einen Teil der ursprünglichen Akten darstellt, wurde er neu verzeichnet und geordnet.
Bestandsanalyse:
Die Arbeitsweise des Dampfkesselüberwachungsvereins  ist gut nachzuvollziehen, auch aufgrund des Vorhandenseins einer Satzungs- und Gebührenordnung. Einige Akten haben eine Laufzeit bis in die 1950er Jahre, aus denen noch gut der Übergang in die neue staatliche Institution, das Gewerbeaufsichtsamt, erkennbar ist.  
Zum Personal und zur inneren Organisation des Vereins ist aus den Akten der einzelnen Mitglieder wenig erkennbar, da hierzu kaum Überlieferung besteht.
Der Bestand hält allerdings eine Auswahl an Zeichnungen von Dampfkessel-, Fahrstuhl-, und
Tankanlagen bis an die Jahrhundertgrenze heran bereit. Auch finden sich Details zum Betrieb, Material und
Produktivitätsteigerung bei einigen Mitgliederkorrespondenzen. Eine Akte z.B. enthält Werbung an den 
Dampfkesselüberwachungsverein von verschiedenen Herstellern der unterschiedlichsten Anlagen und Teile 
rund um den Dampfkessel und elektrische Anlagen. Durch vorhandene Akten über Verordnungen und Erlasse 
erhält man einen Einblick in die damaligen Vorschriften und Umgangsweisen mit Maschinen.
Der Bestand dürfte also für jeden Benutzer interessant sein, der sich für den Einsatz von Dampfmaschinen im Rahmen der Industrialisierung und Mechanisierung im städtischen Gewerbe und in der Landwirtschaft in Mecklenburg zwischen 1890 und 1945 interessiert.                                                                                                    
Verzeichnet von Markus Hartig (Praktikant)
Schwerin, den  26.08.1997

aktualisiert am: 03.05.2019