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Stadtarchiv Schwerin
Deutsche Holzwerke
Signatur: B07
Laufzeit: 1919-1953
Findbucheinleitung:
Bestandsgeschichte 


Wann der überlieferte Bestand vom Stadtarchiv Schwerin übernommen wurde, konnte nicht ermittelt werden. Weiterhin fehlten Hinweise auf die Erstellung der überlieferten Findkartei.

Das Schriftgut der Altregistratur wurde ohne jeglichen Registraturzusammenhang abgelegt, daß ein Ordnungsschema nicht erkennen ließ.
Auf der Finkartei erfolgte eine Mehrfachverzeichnung, die fehlerhaft durchgeführt wurde.

Aufgrund dessen war eine Neuverzeichnung erforderlich, die im Jahre 1998 J. Krämer vornahm und die vorliegende Ordnung schuf. 
Während der Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten konnten Akteneinheiten einer anderen Provenienz ermittelt werden, die einen neuen Bestand bildeten. 

Die Akteneinheiten des Bestandes wurden überwiegend neu formiert und nach sachlichen Gesichtspunkten gegliedert.
Innerhalb der Akteneinheiten erfolgte eine buchmäßige Reihung der Schriftstücke.

Kassiert wurden Mehrfachüberlieferungen , z.B. doppelte Schriftstückausführungen, Anweisungen, Korrespondenzen ohne inhaltlichem Zusammenhang.

Die Akteneinheiten des Bestandes umfassen den Zeitraum von 1919 - 1953.


Entwicklung der Deutschen Holzwerke Schwerin

Die Firma Deutsche Holzwerke ist 1912 als Tochterfirma aus der Firma H. Böckmann & Co, Güstrow, hervorgegangen.
Inhaber der Firma H. Böckmann & Co waren  Hans Böckmann, Johannes Müller und Fritz Dettmann. Von 1912 bis 1917 trug die Firma die Bezeichnung Deutsche Holzwerke Hans Böckmann, deren Inhaber Fritz Dettmann war. 1917 erfolgte eine Umbenennung in Deutsche Holzwerke, Fritz Dettmann. 
Um 1920 ging die Firma H. Böckmann & Co  an Johannes Müller über, Fritz Dettmann und die Ruberoidwerke AG Hamburg werden stille Gesellschafter. 

Am 17.01.1920 wurde Ernst Heller Prokurist der Deutschen Holzwerke, welcher gleichzeitig in der Verkaufsabteilung der Firma Böckmann tätig war. 

Im Oktober 1921 überreichten die Ruberoidwerke AG, Hamburg, ein Darlehn in Höhe vom 1.200.000 Mk, wovon 1.000.000 hypothekarisch gesichert wurden:
-	500 000 Mk auf das Grundstück in Krakow  (mit Sägewerk, Wohnhaus, Ställe und Schuppen bebaut)
-	500.000 Mk auf dem von der Firma Wilhelm Wiechelt gekauften Teil (Fabrikgrundstück), Neue Straße in Güstrow.

Mit der Darlehnzusage verpflichten die Ruberoidwerke Fritz Dettmann sein politisches Mandat als Landtagsabgeordneter zum 01.11.1921 niederzulegen und keine politischen Mandate mehr anzunehmen.  Bereits am 12.8.1920 sollte Dettmann für die Dauer seiner Amtstätigkeit als Staatsminister auf die Ausübung jedwelcher Tätigkeit als Inhaber der Firma in Güstrow sowie als Vertreter des Inhabers der Firma Böckmann  & Co, Güstrow verzichten.
Die Leitung des Güstrower Betriebes sollte Ernst Heller und die Leitung des Krakower Betriebes Johannes Müller sowie Ernst Heller übertragen werden .
Vermutlich befand sich die Firma in finanziellen Schwierigkeiten, so daß die Ruberoidwerke hohe Verbindlichkeiten an ein Darlehn knüpfte.

1922 begann der vollständige Aufbau der Anlagen der Deutschen Holzwerke. Vorgänger des Betriebes war die Firma Wiechelt.

Ursprünglich begann man mit dem Bau von Holzhäusern und Einrichtung derselben im Bauernstil. Desweiteren wurden Gartenmöbel produziert. Nachdem Ernst Heller in den Betrieb eintrat, wurde aus dem Nebenzweig Schlafzimmerproduktion ein Hauptzweig, welcher hervorragend expandierte.
Bis 1928 hatten die Deutschen Holzwerke ihren Hauptsitz in Güstrow, wo die Möbelfabrik arbeitete und die Verwaltung des Sägewerkes Krakow erfolgte.

Am 29.7.1922 übernahm die Mecklenburger Holzindustrie AG aus dem Amtsreservat zu Groß Medewege zwischen Hafenbahn und Gartengelände südlich des Sachsenberges 6ha 28a 92qm zu den Bedingungen der Erbpacht. Eigentümer war die Schweriner Landdrostei. 
Bereits im November 1927 meldete die Mecklenburger Holzindustrie AG Konkurs an und die Deutschen Holzwerke übernahmen den Betrieb zu einem Preis von 200 000 RM.
Die Vertragsunterzeichnung mit der Stadt Schwerin über die Liegenschaft erfolgte am 21.11.1927.  Die Deutschen Holzwerke mußten sich verpflichten, 80% der Arbeiter aus der Schweriner Arbeiterschaft zu übernehmen und den Betrieb bis zum 01.04.1929 in Schwerin aufzunehmen. Eine weitere Bedingung war die Verlegung des Sitzes der OHG von Güstrow nach Schwerin.

Nach erfolgten Vertragsabschluß mit der Stadt Schwerin verkaufte Fritz Dettmann seine Grundstücke in Güstrow an Johannes Müller. 

Im gleichen Jahr gündeten Fritz Dettmann und Johannes Müller die Schweriner Holzkontor GmbH. 

Nach der Übersiedlung des Betriebes von Güstrow nach Schwerin erfolgte eine vollständige Leitungstrennung des Sägewerkes Krakow, Fritz Dettmann, von der Möbelfabrik, Ernst Heller .
In Schwerin wurden ca. 100 Arbeiter beschäftigt, welche 1934 auf 240 Angestellte und Arbeiter stieg.

Das Gesamtgrundstück verfügte über eine Größe von ca. 67000 qm mit Bahnanschluß und einer Wasserverladestelle. Die Betriebs-, Lager- und Fabrikgebäude umfaßten eine bebaute Grundfläche von ca. 17000 qm. 1934 verfügte der Betrieb über eine der modernsten Malerei für lackierte Möbel. 

1934 wurde ein Vertrauensrat  gebildet, welcher für die Belange der Arbeiter und Angestellten fungierte. In den Rat wurden folgende Personen gewählt: Strassenburg, Frings, Schmidt, Timm, Andrich, Schmalfeldt, Michaelsen.

Während der Zeit des 3. Reiches produzierte der Betrieb überwiegend für den Rüstungs-bereich, so für:
-	Norddeutsche Dornierwerke GmbH Wismar ( Werkzeugmodelle, Rüstsatzkisten)
-	Luftgaukommando XI, Hamburg-Blankenese (Offiziersausstattungen)
-	Luftgaukommando II Posen (Offiziersausstattungen)
-	Luftgaukommando III/IV, Berlin (Offiziersausstattungen)
-	Heinkel Flugzeugwerke, Rostock (Ersatz für Fliegerschäden)
-	Mobbeauftragter der WHI, Berlin (Schlafzimmer für Kriegsgeschädigte)
-	Luftkommando Moskau, Minsk (Ostland), (Offiziersausstattungen).  

Bis 1945 war der Betrieb voll in das Rüstungsnotprogramm des Chefs des Rüstungsstabes des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion eingebunden.

Wie es kurz nach Beendigung des Krieges weiterging konnte nicht festgestellt werden.
In einem Bericht des Betriebsrates vom 30.12.1947  wurde festgehalten, daß die ,,SMA über alles verfügt, was angefertigt wird, besonders über die Eichen-Schlafzimmer, welche für die Angehörigen der Armee und für Betriebsangehörige der Schiffsrepraturwerft Wismar bestimmt sind" .

Der Betrieb wurde 1950 der VVB Holzeber Eberswalde unterstellt und die Produktion von Schlafzimmer auf Küchen umgestellt.  

aktualisiert am: 03.05.2019