-  Stadtarchiv Schwerin
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 +  V09 Gesangsverein Schwerin
 +  V10 Diverse Vereine
Stadtarchiv Schwerin
Gauamt für Kommunalpolitik
Signatur: V02
Laufzeit: 1934-1945
Findbucheinleitung:
I. Vorwort

Die spärliche Überlieferung stammt vermutlich aus der Arbeitsplatzregistratur des Richard Crull. Dieser wurde am 27.2.1900 in Mönchengladbach geboren und starb am 26.4.1991. Sein Karriere begann als Kommunalpolitiker in Doberan. Später wurde er innerhalb der NSDAP/Gauleitung Mecklenburg-Lübekck der Leiter des Amtes für Kommunalpolitik. Von Mai 1942 bis zum 12.5.1945 war er gleichzeitig noch Oberbürgermeister der Stadt Schwerin. Diesem Umstand der Personalunion ist die Überlieferung innerhalb der Oberbürgermeisterunterlagen geschuldet. So gelangten sie auch ins Stadtarchiv, wo sie wahrscheinlich in den 50er Jahren schon einmal verzeichnet wurden. Leider war das Findhilfsmittel nicht mehr auffindbar, so daß eine Neuverzeichnung vorgenommen wurde. Der geringe Umfang von 30 Akteneinheiten, ca. 0,5 lfd. Meter, sagt wenig über die Arbeitsweise des Amtes aus. Hauptsächlich geht es um die Schaffung, bzw. Anpassung von Wappen an die neuen politischen Gegebenheiten. Hierzu liegt eine Korrespondenz mit einzelnen Städten, Kreisen und Gemeinden vor. Geplant war, ein mecklenburgisches Wappenbuch herauszubringen. Dazu wurden Verhandlungen mit Professor Schweitzer/Njölnir und dem Mecklenbugischen Geheimen und Hauptarchiv (Archivrat Dr.Tessin) geführt. Schweitzer war Reichsbeauftragter für künstlerische Formgebung. Ausführend wurde der Verlag für Sippenforschung und Wappenkunde C.A. Storke in Berlin vertraglich gebunden. Bei der Wappengestaltung ging es hauptsächlich um folgende Probleme:
- Verwendung von Hakenkreuzen und sonstigen hoheitlichen und kirchlichen Symbolen,
- Schaffung von Wappen für die Kreise,
- Schutz vor Mißbrauch/Nutzung durch Dritte.
Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, kam das Projekt zum Stillstand, denn der Führererlaß über die Vereinfachung der Verwaltung, verbot eine Erarbeitung von  Hoheitszeichen.
Zweiter Schwerpunkt ist eine Berichterstattung von Städten, Kreisen und Gemeinden über die politische und wirtschaftliche Lage in ihrem Gebiet. Diese wurden zu einem Hauptbericht zusammengefaßt. Hier bietet sich dem Historiker ein Einblick in die Selbstdarstellung der NS-Bewegung und die Verschmelzung von Partei- und Kommunalamt.
Weiterhin geht es um Grundstückskäufe von NS-Organisationen, den Bau von Behelfsunterkünften des Deutschen Wohnungshilfswerkes, Vorschläge für die Verleihung von Kriegsverdienstkreuzen. Enthalten ist auch eine Bitte um Unterstützung bei Steuerstreitigkeiten. Dabei kauften der Holzhändler Gehrke und der Landwirt Stubenrauch, aufgrund einer Entschädigung für die Enteignung ihres Gutes Perlin durch die Wehrmacht, das Gut Flessenow, wobei es zu einem Rechtsstreit mit dem Finanzamt, bis zum Reichsfinanzhof kam.
verz. Herr Rost

aktualisiert am: 03.05.2019