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Stadtarchiv Schwerin
Neues Forum
Signatur: N02
Bestandsbildner: Neues Forums Schwerin (Interview mit Uta Loheit, Martin Klähn und Hansjürgen Rietzke)
Nachfolger:
Laufzeit: 1989-1997
Findbucheinleitung:
1. Entstehungsgeschichte Neues Forum Schwerin  	
In Schwerin existierte unter dem Dach der Kirche ein überregionaler ,,Freundeskreis Wehrdiensttotalverweigerer". Im Paulskirchenkeller fanden Buchlesungen gesellschaftskritischer Autoren, wie zu Rolf Henrichs Buch ,,Der vormundschaftliche Staat", statt.  Zu dem Kreis gehörten auch Martin Klähn und Heiko Lietz. Letzterer stellte den Kontakt zur Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley her.  Als einziger aus den drei Nordbezirken nahm Martin Klähn dann an der Gründungsveranstaltung des Neuen Forums (NF) am 9. und 10. September 1989 in Berlin teil.  Im Aufruf des NF ,,Aufbruch 89" heißt es: ,,Wir wollen Spielraum für wirtschaftliche Initiative, aber keine Entartung in eine Ellenbogengesellschaft. Wir wollen das Bewährte erhalten und doch Platz für Erneuerung schaffen, um sparsamer und weniger naturfeindlich zu leben, ... (dazu) bedarf es eines demokratischen Dialoges ... gemeinsam und im ganzen Land, nachdenken und miteinander sprechen ." Die Schweriner Gruppe um Uta Loheit, Roland Brock, Thomas Littwin, Christian Lorenz, Dörte Wittenhagen und Hansjürgen Rietzke reichte am 18. September 1989 beim Rat des Bezirkes die Anmeldung des Neuen Forums ein. Da man jedoch mit einer Ablehnung rechnete, fanden zusätzlich Unterschriftenaktionen statt. Aufgrund der überragenden Resonanz und der Vielzahl der Sympathisanten entschloß sich das Neue Forum, am 2. Oktober 1989 in der Paulskirche die erste öffentliche Versammlung durchzuführen. Es erschienen 800 - 1.000 Sympathisanten, die sich nach Verlesung des Aufrufes in etwa 20 Arbeitsgruppen aufteilten. Damit wurde Schwerin Vorreiter in den drei Nordbezirken der DDR.  Um weiteren Zulauf zu verhindern, verboten staatliche Stellen die geplante Folgeveranstaltung am 6. Oktober 1989. Trotz Androhung eines Ordnungsstrafverfahrens stellten die Pastoren Hansjürgen Rietzke und Martin Scriba ihre Kirchenräume dem Neuen Forum zur Verfügung und die Paulskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.  Doch die SED-Bezirksleitung schickte etwa 200 ,,Saboteure", die Lautsprecherkabel herauszogen und lautstark Unruhe verbreiteten. Jedoch ließ sich niemand provozieren und die Eskalation mit vor der Kirche versammelten Sicherheitskräften unterblieb.  Da der Einfluß des Neuen Forums ständig zunahm, sah sich Schwerins Oberbürgermeister gezwungen, am 1. November 1989, die Vertreter des Neuen Forums Loheit, Heidenreich, Wittenhagen, Trotz, Klähn, Littwin und deren anwaltlichen Berater Dr. Grabow zu empfangen. Anwesen waren ebenfalls der Abteilungsleiter für Innere Angelegenheiten Feldmann und der Sekretär des Rates der Stadt Niggemann. Die Mitglieder des Neue Forums teilten mit, daß bei der SED-Bezirksleitung einen Antrag auf Zulassung des Neuen Forums vorlag und protestierten gegen die Kriminalisierung ihrer Mitglieder in den Betrieben. Um den machtvollen Montagsdemonstrationen den Wind aus den Segeln zu nehmen, schlug der Oberbürgermeister vor, am 11. November 1989 in der Kongreßhalle eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Neuen Forums und des ,,Demokratischen Blocks" durchzuführen. Das NF verlangte jedoch, weitere Gruppen zum Gespräch zuzulassen und Altbischof Rathke als Moderator einzusetzen. Dem stimmte Dr. Oder zu, verbot jedoch jedwede Werbung für die Sozialdemokratische Deutsche Partei (SDP) und bot im Gegenzug dem Neuen Forum einen Lautsprecherwagen und Megaphone an.  Am 5. November 1989 formierte sich das NF dann auf Bezirksebene durch die Wahl eines Bezirkssprecherrates,  und erhielt am 8. November 1989 seine offizielle Zulassung.  
Nachdem das Neue Forum den Wendprozeß als Sprachrohr des Volkes eingeleitet hatte, wurde es von der weiteren Entwicklung überrollt. Mit Öffnung der Grenzen zur BRD sahen die meisten nur noch das Ziel, den materiellen Wohlstands des Westens so schnell wie möglich zu erreichen und die Montagsdemonstranten forderten mehr und mehr die Einheit Deutschlands. Das bedauerte der Vertreter des Neuen Forums Trotz bereits am 31. Oktober 1989 in einem Gespräch mit dem Stellvertreter des Oberbürgermeisters Feldmann. Die Demonstration am 30. Oktober 1989 sei seiner Meinung nach zwar friedlich verlaufen, doch hatte ihn und seine Freunde die Diskussion in und vor dem Marstall bestürzt. Er betonte, daß ihr Ziel nicht die Beseitigung, sondern eine Verbesserung der sozialistischen Gesellschaft sei.  Martin Klähn formulierte die Meinung der Schweriner Gruppe des Neuen Forums zur Maueröffnung folgendermaßen: ,,Totale Scheiße! Damit wird uns wirklich der Wind aus den Segeln genommen." Aber es kam noch schlimmer. Auf der Montagsdemonstration vom 18. Dezember 1989 wurde der Redner des Neuen Forums mit Pfiffen von der Bühne gejagt. Es kam schließlich zum Bruch der Schweriner Bürgerbewegung. Die ,,Basisdemokraten", zumeist die Generation der 25-35jährigen, standen den meist älteren ,,Realpolitikern" gegenüber, für die an der Vereinigung kein Weg vorbei führte. Bei einem Treffen der Regionalsprecher am 9. Dezember 1989 in Güstrow setzte sich aber auch bei den Basisdemokraten die Einsicht durch, das eine Wiedervereinigung unumgänglich war. Die Frage der Existenz als Partei oder Bürgerbewegung trieb das Neue Forum dann endgültig ins Abseits. Der Schweriner Bezirkssprecherrat büßte seine Handlungsfähigkeit ein, da sich, je nachdem welche Fraktion in der Überzahl war, die Beschlußfassung änderte. 
Dokumente der Wende für das Stadtarchiv bereitstellen könnten. Utal Loheit überließ dem Stadtarchiv zwei Mappen zu diesem Thema, die hier in Kopie vorliegen.

aktualisiert am: 03.05.2019