-  Stadtarchiv Rostock
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Stadtarchiv Rostock
Schiffer- und Kaufmannsgesellschaften
Signatur: 1.2.8.
Laufzeit: 1478 - 1944
Findbucheinleitung:
Vorwort
Kaufleute pflegten sich in hansischer Zeit zusammen zu schließen und auf gemeinsame Rechnung Schiffe für Fahrten in bestimmte Regionen oder Häfen auszurüsten. Derartige Zusammenschlüsse nannten sich in zahlreichen Hansestädten Kompanie oder Gelag, häufig wurden sie auch unter der Bezeichnung "Fahrer" bekannt. Für Rostock sind u.a. die Wik-, die Bergen-, die Flandern-, die Riga-, die Schonen- und die Stockholmfahrer verbürgt. Das Wissen um die Geschichte dieser Kaufmannsverbindungen blieb trotz zahlreicher intensiver Forschungen in Rostock relativ begrenzt, weil die Zahl der erhaltenen Quellen nur gering ist. Die Rigafahrer scheint es nur in Lübeck und Rostock gegeben zu haben. Für Lübeck konnten erste Nachrichten für 1432 ausgemacht werden. Die Aktivitäten der Rostocker Kaufleute jedoch blieben bis heute nahezu im Dunkeln. Bekannt geworden ist lediglich ein Hypothekengeschäft aus dem Jahre 1492 zu Gunsten der "Olderleute der Cumpanei der Rigafahrer". Und schließlich weiß man, dass die Rigafahrer im 16. Jahrhundert der Brüderschaft der Heiligen Jungfrau Maria (Marienbruderschaft) Geld für ihre mildtätigen Aktivitäten spendeten. Die Stiftung der Rostocker Rigafahrer zur Unterstützung Armer und die damit verbundene Erhebung eines Hausarmengeldes entstand offensichtlich Ende des 15. und bestand noch Ende des 18. Jahrhunderts. Die wenigen im Bestand ausgewiesenen Unterlagen offenbaren ausschließlich Fakten zu den mildtätigen Aktivitäten der Rostocker Rigafahrer. Rostocks Wik- oder Oslofahrer werden 1368 erwähnt. Unter diesem Namen (später immer häufiger Wiker Gelag) hatten sich Kaufleute zusammen getan, die Handelsinteressen in der Wik (norwegisch Viken) - auch Oslofjord genannt - mit einander verband. Je zwei ihrer Älterleute hatten ihren Sitz in Tönsberg und in Oslo. Aus dem Jahre 1452 stammt einer ihrer Ordnungen, eine weitere ist zwanzig Jahre jünger. Derartige Dokumente manifestierten einerseits die allgemeinen Rechtsgrundlagen für Kaufleute, die Geschäfte in der Wik tätigen wollten und waren andererseits Richtlinien für die Handelspraxis selbst. Rostocker Kaufleute haben den Wikhandel in der Zeit seines Höhepunktes, in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, völlig dominiert und es soll ihnen sogar gelungen sein, selbst Lübecker Kaufleute von den Märkten in der Wik nahezu fernzuhalten. Im Jahre 1508 wurden die Rostocker Privilegien für den Oslo- und wahrscheinlich auch für den gesamten Wikhandel durch König Christian II. aufgehoben. Mit dieser Maßnahme sollten v.a. die norwegischen Städte besser gestellt werden. Die Rostocker durften in der Wik aber weiter ihren Geschäften nachgehen. Schließlich kam es 1538 zu einer Erneuerung der Privilegien. Doch waren die meisten Faktoreien in Oslo und in Tönsberg offensichtlich bereits gelegt, so dass eine erneute breite Dauerpräsenz Rostocker Kaufleute in der Wik nicht wieder zustande kam, wenngleich dies einem erneuten Aufschwung der deutschen Handelstätigkeit dort keinen Abbruch tat. Die Rostocker Kaufleute hatten ihre norwegischen Aktivitäten zu dieser Zeit bereits auch auf Bergen gerichtet. Ein Gelagsbuch von 1620, das einzige Stück der Wikfahrer im Bestand, bietet lediglich eine Momentaufnahme zum Innenleben und zur Mitgliedschaft aus der Zeit des beginnenden Niedergangs dieser einst so traditionsreichen Gemeinschaft.Die Deutsche Brücke im norwegischen Bergen wurde seit frühester Zeit von Lübecker Kaufleuten dominiert, auch die Stralsunder waren dort sehr aktiv. Rostocker und Wismarer Kaufleute traf man seltener an, doch wegen ihrer traditionell engen Kooperation mit den Lübeckern galten sie mit als Stütze des dortigen Hansekontors. Für die Rostocker Bergenfahrer führen die ältesten schriftlichen Belege in das Jahr 1541 zurück. Besonders traditionsreich und intensiv waren die Handelsaktivitäten Rostocker Kaufleute auf Schonen, der seit 1658 zu Schweden gehörenden Ostseehalbinsel. Schonen bildete im Mittelalter das Zentrum des europäischen Heringsfangs und -handels. Der Hering selbst gehörte seinerzeit in weiten Teilen des Kontinents zu den Hauptnahrungsmitteln breiter Bevölkerungskreise. Der Handel mit ihm war folglich ein ehrwürdiges wie Gewinn bringendes Geschäft. Das älteste Dokument des Archivs der Hansestadt Rostock, eine Urkunde des dänischen Königs Abel aus dem Jahre 1251, räumte einst Rostocker Kaufleuten im Schonenhandel Privilegien ein. Eine Rostocker Fitte, einen Vogt und einen Friedhof gab es bereits 1352 auf Schonen, wohl nordöstlich Skanörs. Im Jahre 1494 schließlich zählte man auf Schonen 202 hansische Kaufleute aus aller Herren Städte - 45 von ihnen kamen allein aus Rostock. Sie ließen einen Heringsfang von 50.000 Tonnen verzollen, eine beeindruckende Menge, aber doch 12.000 Tonnen weniger als 1493. Dies zeigt die immense Bedeutung des Schonenhandels für Rostock und die Rostocker Kaufleute und offenbart den Einfluss jener auf Schonen. Folglich galt auch das Schonenfahrergelag als die wohlhabendste und einflussreichste Kaufmannsgesellschaft der Stadt. Erste schriftliche Nachrichten stammen von 1480, als von einem Präsentationsrecht der "olderlude der schonenvarer" für eine Kommende an St. Marien die Rede ist. Anfangs des 16. Jahrhunderts kooperierten die Rostocker Schonenfahrer immer häufiger mit den Bergenfahrern, so dass es schließlich 1566 zu einem Zusammenschluss der beiden Kaufmannsvereinigungen zur Schiffergesellschaft kam. Allerdings blieb im allgemeinen Sprachgebrauch der Name Schonenfahrergelag gebräuchlich. Der Charakter der Gesellschaft, der neben den Kaufleuten nun auch Schiffer, also Führer und Eigentümer von Schiffen, angehörten, wandelte sich in den folgenden Jahrzehnten rapide. Am Ende dieser Entwicklung zeigte sich die Schiffergesellschaft als Vereinigung ausschließlich von Schiffern, die sich in den Dienst von Reedern und Kaufleuten stellten und v.a. in der Ost- und Nordsee operierten. Die Kaufleute hingegen hatten sich aus der Gesellschaft zurückgezogen. Ihre Interessen- und Standesvertretung wurde nun mehr und mehr die Kaufmannskompanie. Der Zusammenschluss der Schiffer, dessen Geschichte der Bestand hauptsächlich abbildet, rettete sich, immer mehr von seinem ursprünglichen Sinn verlierend, aber als Interessengemeinschaft der Rostocker Fahrensleute offensichtlich unter diesen sehr beliebt, bis in die neueste Zeit und stellte erst in den Wirren der letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges unbemerkt von der Öffentlichkeit seine Tätigkeit ein.

aktualisiert am: 28.05.2019