-  Stadtarchiv Rostock
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 +  1.4.7. Familie Eggers
 +  1.4.8. Johann Christian Eschenbach
 +  1.4.9. Max von Falkenhayn
Stadtarchiv Rostock
Große Stadtschule
Signatur: 1.1.21.1.
Laufzeit: 1580 - 1949 (1958)
Findbucheinleitung:
Vorwort
Nach der Durchsetzung der Reformation im Jahre 1531 stand der Syndikus des Rates, Dr. Johannes Oldendorp, an der Spitze der Bestrebungen zur Gründung einer allgemeinen Stadtschule. Er konnte den Rat davon überzeugen, die vier Kirchschulen im Jahre 1534 zu einer gemeinsamen Schule zu vereinigen. Als Gebäude wurde der Schule das frühere Johanniskloster zugewiesen. Es ist die erste Gründung einer städtischen Schule. Nach dem Weggang Oldendorps aus Rostock 1541 begann die Stadtschule zu zerfallen. Erst 1579 entschloss sich der Rat zu einer Neuordnung. Die Kirchen verpflichteten sich nach Erhöhung des Glockengeldes zur Bezahlung der "Scholgesellen", die Besoldung des Rektors wollte die Stadt übernehmen. Als Gebäude wurde der Schule wiederum das ehemalige Johanniskloster zugewiesen, das aber inzwischen durch weitgehende Abrisse gewaltige Veränderungen erfahren hatte. Vom Klausurgebäude war nur der Westflügel übriggeblieben, in dem die Schule nun einzog. Diese zweite Gründung einer lateinischen Stadtschule war von Dauer. Zum Rektor der neu gegründeten Stadtschule wurde Nathan Chytraeus, Professor der lateinischen Sprache und der Dichtkunst an der Universität, bestellt. Anfang Februar 1580 erfolgte die Eröffnung der Schule. Chytraeus war ein zutiefst humanistischer Mensch, der von der Liebe zu seinem Beruf und den ihn anvertrauten Kinder durchdrungen war. Weil er sich zum Calvinismus bekannte, wurde seine Stellung in Rostock unhaltbar. 1593 ging er nach Bremen. Unter den Nachfolgern Chytraeus wich der Geist des Humanismus mehr und mehr der verknöcherten Gelehrsamkeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Über 200 Jahre genügten die alten Klosterräume in ihrer Dürftigkeit den Ansprüchen der See- und Handelsstadt Rostock, die sich seit dem 30jährigem Krieg und dem Stadtbrand von 1677 auf dem Tiefpunkt der Entwicklung befand. Latein und Theologie bildeten an der Stadtschule die Grundlage der Bildung, den neuen Wissenschaften verschloss man sich weitgehend. Erst das 19. Jahrhundert brachte einschneidende Veränderungen. Vorbild wurde Preußen, wo man bereits 1797 die lateinlose Realschule eingeführt hatte, an der Knaben, die später keinen akademischen Beruf ergreifen wollten, aber dennoch eine höhere Bildung anstrebten, unterrichtet wurden. Befürworter und Gegner stritten in Rostock drei Jahrzehnte um die Einführung des neuen Bildungsweges. Erst 1828 konnte die Reform verwirklicht werden. Die von Stadtsyndikus Dr. Saniter vorgelegte "Ordnung der großen Stadtschule" schuf unter einem Dach humanistisches Gymnasium und Realschule. Der Name Große Stadtschule kam als offizielle Bezeichnung in Gebrauch. Die alten Klostermauern wurden zeitgleich umgebaut und den neuen Bedürfnissen angepasst. Das Gepräge der Großen Stadtschule als Gymnasium und Realschule entsprach für die kommenden Jahrzehnte den geistigen Bedürfnissen der Stadt. Die wachsenden Schülerzahlen machten jedoch einen Neubau unumgänglich. Michaelis 1864 konnten das stattliche neue Gebäude an der Wallstraße bezogen werden. Im Zuge der nationalstaatlichen Einigung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet der Realschulteil der Großen Stadtschule immer mehr in die Kritik, da die gesellschaftliche Anerkennung der hier erzielten Abschlüsse in vielen Fällen nicht gegeben war. Akademische Berufe und Beamtenlaufbahnen blieben den Absolventen verwehrt. Das Privileg, mit entsprechendem Schulabschluss die dreijährige Militärpflicht auf ein Jahr zu verkürzen, konnte nicht in Anspruch genommen werden. Nach preußischem Muster musste auch in Rostock eine Reform in Angriff genommen werden. An der Realschule wurde Latein als verbindliches Fach aufgenommen, der Unterricht ausgebaut. 1865 erfolgte die Anerkennung als Realschule II. Ordnung, 1879 als Realschule I. Ordnung. Die völlige Trennung von Gymnasium und Realschule kam nur schrittweise voran. 1876 wurde der Lehrkörper getrennt, 1884 die Realschule entsprechend den Festlegungen in der preußischen Wehrordnung in ein Realgymnasium umgewandelt. Erst 1912 konnte das Realgymnasium ein eigenes Schulgebäude in der Lindenstraße beziehen. Die Große Stadtschule konnte sich nach der gebäudeseitigen Trennung vollends als humanistisches Gymnasium mit dem Schwerpunkt alte Sprachen profilieren. Mit der Übernahme des höheren Schulwesens durch den Freistaat Mecklenburg-Schwerin wurde die Große Stadtschule zum staatlichen Gymnasium. Den Status einer humanistischen Lehranstalt konnte man auch nach der Vereinheitlichung der Oberschultypen im Zuge der nationalsozialistischen Zentralisierung des Schulsystems 1937 beibehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule vom Mai 1946 die einschneidende Zensur dar. In der einheitlichen Oberschule gab es keinen Platz mehr für ein humanistische Gymnasium, lediglich im altsprachlichen Zweig lebte die Tradition fort. Zum Schuljahr 1947/48 kam es zur Trennung der Oberschule. Die sprachlichen Zweige wurden zur Großen Stadtschule vereint, die übrigen zur Goetheschule. Die Trennung wurde jedoch ein Jahr später wieder aufgehoben. Seit 1949/50 existierten in Rostock die Große Stadtschule I (1957: Oberschule, 1960: Erweiterte Oberschule) und die Große Stadtschule II (1960: Polytechnische Oberschule).

aktualisiert am: 27.09.2019